Man sollte nicht denken, dass es so ein Act sein kann, ein neues Wohnzimmer einzurichten. Jetzt nach dem ganzen Stress, werde ich sicher erst wieder in 10 Jahren meine komplette Einrichtung ändern. Doch wie kam es dazu?
Kennen Sie nicht folgendes Gefühl: Eines Tages kommen Sie nach Hause und denken sich: "Irgendwie gefällt mir das alles nicht mehr! Wie hässlich!" Dieser Farbton, hat mich regelrecht angeekelt. Immer dasselbe. Diese altmodischen Gardinen und das hässliche Sofa. Also kam in mir Gedanke hoch, dass wir uns wirklich mal ein neues Wohnzimmer leisten könnten. Haben wir doch in letzter Zeit auf so viel verzichtet. Mein Kind ist auch alt genug, so dass mal etwas schöneres her kann. Sie ist ja aus dem "Schmutzalter" heraus.
Also haben sich mein Göttergatte und ich auf den Weg gemacht, die neuesten Trends zu sichten. Damit wir in Ruhe die passenden Möbel aussuchen können, hat sich mein Mann sogar einen Urkaubstag genommen. Am Wochenende davor haben wir alles ausgemessen und aufgeschrieben, damit wir ja keine Fehlkäufe machen. Dann kam der große Tag. meine Tochter durfte auch mit. Wir fuhren zum ersten großen Möbelmarkt in der Nähe und schon fing das Gezeter - ich wollte ein warmes Braun als Grundfarbe, meinem Mann schwebte aber ein zartes grün vor und unsere Tochter verstandt partout nicht, warum wir kein rosa Wohnzimmer wollten. Man sollte meinen, dass hätte man im Vorfeld klären können, aber irgendwie hatten wir nicht daran Gedacht.
Weil ich die meiste Zeit im Wohnzimmer verbringe, habe ich also mein baun durchgesetzt. Mein Mann bekam grüne Vorhänge und schon kam der nächste Streitpunkt. Das Sofa! Was sollte es werden? Ein praktisches Schlafsofa? Eine Chesterfield Sitzecke oder eine colle Chaise. Bis wir dieses klitzkleine Detail klären konnten, war es auf einmal schon 3 Uhr Nachmittag. Lisa fing an zu nörgeln. Sie hatte Hunger. Ich hatte Kopfweh und mein Mann war gestresst. Gut, also sind wir erstmal in die möbelhauseigene Kantine gegangen, um eine kleine Pause einzulegen.
Nach der kleinen Pause, ging es also weiter. Es wurde Schlaf-Sitz-Kombination mit einem hypermodernen Glascoachtisch. Alle Gedanken an zersplitterndes Glas verbannte ich aus meinen Kopf, schließlich ist meine Tochter jetzt schon fast erwachsen....oder so.Noch eine schöne Pflanze und schwupp - war es 19.45 und aus den Lautsprechern erklang die Durchsage, man solle sich doch langsam auf den Weg zu den Kassen machen. Gesagt, getan.Wir waren ja nur schlappe 9 Stunden im Möbelhaus gewesen, das ist doch gar nichts!!!
Für den zweiten Tag konnte sich mein Mann leider keinen Urlaub nehmen - wie schade! - und Töchterlein hatte Schule - oh nein! - also musste ich alleine losfahren. Ich war nur zwei Stunden dort, habe die am ersten Tag erworbene Stehlampe gegen ein schöneres Modell getauscht, das mir schon von Anfang an besser gefallen hat, zart lilafarbene Vorhänge gekauft - wer mag schon grün? - und einen passenden Boden ausgesucht. Die Maler sind bestellt, ich bekomme meine breiten, braunen Streifen an der Wand, passend zur Sitz-Schlafkombi. Habe übrigens noch ein tolles Schlafsofa für Lisas Zimmer erworben. Ab einem Einkaufswert von 8000€ gabs nämlich 1500€ geschenkt. Hoch lebe der Teamgeist und die Kompromissfähigkeit!